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Plank grillen

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Man kann es nicht direkt miteinander vergleichen, aber es kommt dem Smoker Geschmack wohl am nähsten.

Grillen wie die Indianer – Plank Grillen

Vor ein oder zwei Jahren schlich sich eine neue Grillmethode als Geheimtipp in die hiesigen Gärten. Dieses Jahr dürfte die Zubereitungsmethode endgültig den Durchbruch schaffen. Die Rede ist vom Plank Grillen. Männer, die sich den Urinstinkt bewahrt haben, dürfen sich freuen: Diese Methode bedeutet nichts anderes als Grillen wie die Indianer.

Wer auf Plank Grillen setzt, kombiniert eine einfache Zubereitungsart mit einem schmackhaften Resultat – also die perfekte Mischung. Gegrillt wird auf speziellen Holzplatten. Angeblich geht Plank Grillen auf die Ureinwohner Amerikas zurück. Ob das so ist oder ob es sich um eine nette Marketinggeschichte handelt, ist zweitrangig, ganz schön archaisch und naturverbunden wirkt das Ganze auf jeden Fall. Fisch, Fleisch oder auch Gemüse werden auf einem Holzbrett über dem Feuer gegart. Der Effekt: Das Grillgut nimmt den Geschmack des Holzes leicht auf, ebenso aber auch das Aroma, das durch den Rauch des verkohlenden Holzes entsteht. Dadurch wird das Ganze würziger. Auf dem Grillbrett bleiben die Speisen zudem schön saftig, weil sie sanft gegart werden. Das Brett schützt das Grillgut vor der Hitze. Und die Speisen werden durch die Isolation nie heißer als das Brett selbst.

 

Richtiges Holz gesucht

Allerdings: Ein bisschen Vorbereitung ist nötig. Das A und O beim Plank Grillen ist das Plank – eben das Holzbrett. Da kann man kein beliebiges Holz verwenden. Es darf natürlich auf keinen Fall vorbehandelt sein mit Lack oder Farbe, auch harzhaltiges Holz ist nicht geeignet. Angeblich setzten die Indianer damals auf Zedernholz, das bei ihnen wohl reichhaltig vorhanden war, bei uns nicht. In unseren Breitengraden liegt die Krux also darin, das richtige Holz zu finden. Zwar sind verschiedene geeignet, aber nicht alle gleichermaßen. Generell gilt: Harte Hölzer sind zu bevorzugen, da sie weniger schnell verbrennen und mehr Rauch produzieren – einer der Geschmacksträger bei dieser Grillmethode. In den USA, wo Plank Grillen sehr beliebt ist, kann man passende Holzplatten fertig kaufen, und bis vor einiger Zeit ließen sich diese auch online problemlos bestellen; inzwischen ist es schwieriger geworden, fündig zu werden.

Die beste Adresse ist ein Schreiner oder eine Sägerei vor Ort. Denn heimische Obsthölzer sind durchaus geeignet. Sie sollten ungefähr fingerdick breit sein, die genauen Masse müssen dem jeweiligen Grill angepasst sein. Das können auch mehrere kleine Holzplatten statt einer Großen sein. Damit ist das Prozedere schon fast mit dem beliebten «heißen Stein» zu vergleichen, bei dem das Fleisch auf einem erhitzten Stein serviert wird und der Gast es weiterbrutzeln lassen kann bis zum gewünschten Punkt. Nur dass es hier eben Holz ist, das über einen Eigengeschmack verfügt.

 

In Wasser einweichen

Nun die Kardinalsfrage: Warum verbrennt das Holzbrett beim Grillieren nicht? Die Antwort: Weil es entsprechend vorbehandelt ist. Einfach die Holzplatten über Nacht in Wasser einlegen – und nicht zu vergessen, sie zu beschweren, denn bekanntlich schwimmt Holz… Die ganze Platte sollte mit Wasser bedeckt sein. Am nächsten Tag abtrocknen und auf der Seite, auf der das Grillgut zubereitet werden soll, mit Olivenöl bepinseln.

Am besten funktioniert das «Plank Grillen» mit einem Holzkohlegrill, denn dort kann man selbst steuern, welche Bereiche direkt und welche indirekt begrillt werden. Zu Beginn die Holzkohle so platzieren, dass ein Bereich frei bleibt. In einer ersten Phase legt man die Holzplatte direkt über die Kohlen. Sobald das Brett auf der Unterseite zu rauchen beginnt, sollte man es in die indirekte Grillzone verschieben, so dass keine Unterhitze mehr auf das Holz einwirkt. Wenn man nun den Deckel des Grills verschließt, gart das Fleisch oder das Gemüse schön vor sich hin. Und vor allem auch Fisch. Denn dieser – beispielsweise Lachs – eignet sich besonders gut für diese Grillmethode. Marinaden sind nicht nötig, wenn der Fisch hochwertig ist, dank Holz und Rauch wird der Eigengeschmack des Fisches schön betont. Während des Grillierens sollte der Deckel möglichst für die ersten 10 Minuten nicht geöffnet werden. Denn wenn Hitze entweicht, verlängert sich die Garzeit entsprechend. Sollte das Holz bereits recht früh an der Seite schwarz werden, kann man es mit Wasser besprühen.

Holz präparieren

Plank Grillen ist denkbar einfach, viel falsch machen kann man nicht. Umso verwunderlicher, dass diese Methode der Indianer erst im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurde, zunächst für den Backofen, später dann auch wieder auf dem offenen Feuer. Experimentierfreudige sollten sich für das Grillieren auf der Holzplanke besonders interessieren. Denn es ist problemlos möglich, das Holz zusätzlich zu präparieren, beispielsweise, indem man dem Wasser, in das man die Latten legt, Wein oder Whiskey oder sogar Fruchtsäfte beigibt.

Nach dem Genuss muss man das Brett übrigens nicht zwingend entsorgen, wenn man die richtige Holz Wahl getroffen hat und das Holz noch nicht «durch» ist. Das Grillbrett einfach mit mildem Seifenwasser reinigen und mit klarem Wasser gründlich abspülen. Wenn man vor dem nächsten Grillgang die Oberfläche der Holzlatte etwas abschleift, werden die Holzporen geöffnet, und das Holz kann wie beim ersten Mal seinen Geschmack wieder richtig entfalten. Ein schöner Nebeneffekt: Dank dem Holz bleibt der Grillrost sauber, hier entfällt die Reinigung.

Auch einige Restaurants haben die alte Grillmethode wieder entdeckt und bereiten Grillspeisen auf diese Weise zu. Das hat den Vorteil, dass das Essen sogar direkt auf dem Holz serviert werden kann – eben wie auf dem heißen Stein. Dann hat auch das Auge etwas davon.


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